Nullarbor Plain - 1.200km Asphalt
und eine Handvoll Tankstellen

Von Adelaide nach Perth (direkter Weg) sind es etwas über
2.700 km Asphalt, knapp die Hälfte davon (1.200 km von
Ceduna bis Norseman) Eyre Highway, der den sog. Nullarbor
Plain (schlechtes Latin für "keine Bäume") durchquert.

Mit ausreichend Wasserreserven und einem scharfen Auge auf
die Tankanzeige heutzutage kein Problem, aber doch eine echt
lang(weilig)e Strecke, wenn man alleine im Auto sitzt. Die Versuche,
Mitreisende für die Strecke zu finden, endete mit einer Konvoifahrt
mit Christian aus Erfurt (der als einziger Gast neben mir im Backpacker
in Port Augusta übernachtete) in seinem Uralt-Commodore.

Los ging`s aber erstmal nördlich von Adelaide mit einem Anhalter, der leider nicht so ganz in meinen Kofferraum passte, so daß ich ihn habe stehen lassen...
Außerdem waren da schon die ersten Anzeichen, daß im Outback schon in früheren Jahren schon ziemlich viel und tief gebuddelt wurde, hier ist allerdings das Loch schon wieder mit Wasser gefüllt.
In Richtung Port Augusta bekam ich dann die ersten Eindrück, wie eintönig die Fahrt über den Nullarbor werden würde: Immer nur geradeaus, ab und zu eine kleine Kurve...
... da muß man die Fotomotive wirklich suchen.
Huch, knapp verfehlt! Von diesen Roadtrains kamen mir doch einige entgegen.
Die letzte Rast vor Port Augusta: Meinen Auto und mir geht`s gut, nicht zu heiß, und endlich mal ein paar Hügel!
In Port Augusta gab`s dann zwei Attraktionen zu besichtigen: Zum einen die School of the air, die an dem Tag, als ich da war, die Touristen-Führung leider ausfallen ließ...
... und die berühmten "Flying Doctors", bei denen ich mal reinschaute und die Funkzentrale und ein kleines Museumszimmer besichtigen konnte.
Wieder zurück an der Küste, aber immer noch auf dem Weg zum Start des Nullarbor, gab`s ein paar günstige Grundstücke mit Super-Sicht zu kaufen - leider wirklich am A... der Welt gelegen!
Ein netter Jetty, der ein schönes Fotomotiv hergab...
... auch vom anderen Ende!
In Ceduna, kurz vor Sonnenuntergang, traf ich dann Christian aus Erfurt wieder, der sich gerade hinter diesem Baum versteckt!
Fünf Dollar für ein Dutzend Austern - das musste ich ausnutzen! Nur: wie soll ich die Dinger mit meinem Plastikbesteck nur aufkriegen?!?
Wie gut, daß es die Schweiz und ihre Taschenmesser gibt! Sonst wäre ich wohl verhungert...
Endlich: Der Nullarbor Plain! Und ich neben einem der meist-fotografierten Straßenschilder der Welt!
Unglaublich: An einigen Stellen führt die Straße wenige hundert Meter vom Meer entlang!
Und bis zur Kante sieht das Land gleich aus: Büsche, Büsche, Büsche. Land zu Ende, Wasser fängt an. Einfach so.
Und wo die Küste nah ist, gibt es in Australien meistens auch Blowholes. Aus diesem kommt aber gerade keine Luft raus, wie Christian nach mutiger Kletterei herausfand.
Und weiter gins`s, immer (mehr oder weniger) geradeaus, und die Landschaft eher eintönig.
In the middle of nowhere: Bordertown, die Grenze zwischen WA und SA, und ungefähr Halbzeit auf der Strecke nach Westen.
Unser kleiner Konvoi, hier auf dem Parkplatz an der Fruchtfliegen-Kontrollstation.
Mangels preiswerter Übernachtungsmöglichkeiten übernachteten wir auf dem Nullarbor zweimal im Zelt. Hat sich das Mitnehmen wenigstens gelohnt!

Und auch mitten im Nichts gab`s einen netten Sonnenuntergang.
"Gute Nacht, Christian!"
"Gute Nacht, Heiko!"

Und da war er wieder: Unser Lieblings-Truck mit Mega-Überbreite! Nahm die ganze Straßenbreite ein und wurde auch nicht langsamer, als Gegenverkehr kam. Fünfmal haben wir ihn überholt!
Ganz schön flach, das Land... da sind wir gerade durchgefahren!
Und zum krönenden Abschluß noch Australiens längste Strecke ohne die kleinste Kurve:
Knapp 150 km geradeaus!
Und so sah die Geradeaus-Straße während der Fahrt aus. Gähn. Da hilft nur: Musik voll aufdrehen!

Endlich auf der anderen Seite des Nullarbor angekommen,
ging`s erstmal auf einen Abstecher nach Kalgoorlie.