Und noch einmal: Hallo, liebe Newsletter-Leser!
Wer bis
jetzt durchgehalten hat und die letzten beiden Newsletter brav gelesen hat, den
bringe mit dem letzten Teil dieser Newsletter-Trilogie auf den (fast) aktuellen
Stand der Dinge und meiner Reise. Und keine Angst: diesmal ist`s nur ein ganz
kurzes Letterchen ;-)
Doch bevor ich mich den letzten beiden Monaten in
Sydney widme noch ein kurzer Sprung zurück in den Dezember, zu Santa Torsten
(Waack), der sich eigentlich für einen Blitzbesuch über Weihnachten angekündigt
und dann aber doch kurzfristig abgesagt hatte mit der Begründung das er die
ultimative Frau kennengelernt hat und blahblah... Die üblichen Sprüche halt -
dachte ich, aber es waren nicht nur Sprüche, denn in der Zwischenzeit hat er den
Worten auch Taten folgen lasen! Ende April heiratet er den Grund für seine
Absage und Nachwuchs ist auch schon unterwegs! Herzlichen Glückwunsch, lieber
Torsten!!! Da verzeihe ich Dir doch gerne, daß Du mich hast "sitzen lassen"
(hatte ich natürlich vorher schon, aber jetzt erst recht) Geht denn wenigstens
die Hochzeitsreise nach Australien ? ;-)
A propos Australien-Reise: Falls
noch jemand planen sollte, mich hier zu besuchen, so wäre jetzt der richtige
Zeitpunkt! Der Wechselkurs ist wieder günstiger (vor allem günstiger als während
der Olympischen Spiele), es ist weder zu heiß noch zu kalt und für die letzte
Tour von Sydney nach Cairns sind noch Plätze in meinem Auto frei - aber wer
weiß, wie lange noch :-) Also: letzte Chance, wer zuerst kommt, mahlt zuerst
(ein Platz, außer meinem, ist schon weg...).
Jetzt aber endlich meinen
Abenteuern in der Großstadt! Nach drei Monaten Rumreisen (mit kurzer
Unterbrechung) war es doch sehr angenehm, mal wieder mehr als nur eine oder zwei
Nächte im selben Bett zu schlafen und nicht (nur) aus dem Rucksack zu leben. Was
mich allerdings nicht davon abhielt, immerhin dreimal umzuziehen! Nach der
ersten Woche auf dem Sofa in meiner alten "WG" (auf gut-australisch: Flat) zog
ich nach Ashfield, eine gute halbe Autostunde von der City entfernt, wo ein
Zimmer bei Lisa (die ich schon länger kenne) frei wurde. Nachdem ich fünf Wochen
ihren Hund Jack (australisch für "kleine, kläffende, nicht stubenreine
Nervensäge") ertragen hatte, bot mir Lothar (F&B-Manager vom MS
Deutschland-Projekt und Inhaber von Lothar's on Pymble Hill) an, in sein
Appartment in Turramurra zu ziehen, wo er selbst nur selten wohnt und mehr als
genug Platz für mich war. Nach einer Woche dort (die gleichzeitig meine erste
Arbeitswoche war (mehr dazu gleich) bot mir JP an, wieder bei ihm einzuziehen,
da er für einige Wochen zu Schulungen in Melbourne sein würde. Da ich von
Turramurra eine gute halbe Stunde zu Fuß und per Bahn zur Arbeit unterwegs war
(immer noch näher als Ashfield...), von meinem alten flat aber nur eine
Viertelstunde zu Fuß, fiel die Entscheidung nicht schwer, nochmal
umzuziehen.
Doch was passierte alles zwischen den Umzügen?!?
Eine
ganze Menge, natürlich! Zuerst musste ich mich von PB-Kollegin Katrin
verabschieden, die sich nach acht Jahren in Sydney von einem Job beim ZDF wieder
nach Deutschland locken ließ (und von dort hoffentlich wieder in die weite Welt
geschickt wirde, gelle Katrin!? Viele Grüße, C U soon :-) ), und Mitte März habe
ich dann auch noch meine (inzwischen Ex-) Mitreisende Britta nach Hause
geschickt (wegen "schlechtem Benehmen", Mich-nicht-heiraten-wollen und weil der
Hund in der Heimat sich nach ihr sehnte).
Meine Hauptbeschäftigung, und
der eigentliche Grund, warum ich wieder zwei Monate in Sydney "rumsaß", war die
Suche nach einem Job und Geld verdienen, um meine restlichen Reisepläne in die
Tat umsetzen zu können. Wenngleich am Ende nicht "der" Job dabei herauskam, so
hatte ich doch genügend zu tun, ohne daß mir auch nur annähernd langweilig
geworden wäre. Zuerst ein bisschen Telearbeit für SloGA in Wiesbaden
(Incentive-Konzept schreiben. Grüße an Alle in der Adelheidstraße! Klaus: Danke
für das süße Foto vom Oster-Georg!), dann zwei Webdesign-Aufträge für PB und
APTC, eine deutsche "Inbound-Operator-Reise-Agentur" (mehr dazu demnächst unter
"Projekte" auf meiner Homepage, wenn die Sites online sind) und zum Schluß auch
noch ein Job, den ich aufgrund von einer meiner ungezählten Bewerbungen bekam:
Data Entry Operator. Zusammen mit dreißig anderen Backpackern im Großraumbüro
drei Wochen vor einem Bildschirm hocken und im Expresstempo Schulprüfungen aus
ganz New South Wales codieren war schon erschreckend stumpfsinnig, aber es gab
ganz gutes Geld dafür. Vielleicht war's aber auch nur Schmerzensgeld für die
ständige Nörgelei der Supervisor ("schneller, los, Pause pünktlich beenden,
nicht trödeln, nicht reden, warum auf's Klo?!? Das muß noch schneller werden,
Deine Performance ist schlechter geworden,... ,..." - Ja sind denn die Worte
"Mitarbeitermotivation" und "Danke, gut gemacht" in Australien ungekannt?!?),
jedenfalls habe ich das Angebot, jeden Abend bis neun und dann noch zehn Tage
länger zu arbeiten, dankend abgelehnt, zehn Stunden pro Tag (inklusive
Wochenende) in diesem grauenvollen Arbeitsklima waren wirklich mehr als
genug!
Zur Abwechslung - und um Muskelverspannung und Aggressionen abzubauen - war
ich nach der Arbeit meistens noch ein paar Bahnen schwimmen oder einige Runden
Inlineskaten im Centennial Park. Die Skates hatte ich mir Anfang Februar gekauft,
denn noch ein halbes Jahr ohne ab und zu Rollen unter den Füßen zu haben wollte
ich nicht vergehen lassen! Das Training für die Tuesday Night Skates hat begonnen
(Skaterfreundin Birgit: Bist Du schon fit?), und außerdem durfte ich mir die
Gelegenheiten, über die Sydney Harbourbridge (mit
Uli) und am Bondi Beach entlang zu
skaten, nicht entgehen lassen :-) Immerhin einmal habe ich es auch auf die
Driving Range geschafft (Dank Rob), aber bis meine Golfkünste wenigstens Platzreife
erreichen, werden wohl noch einige Jahre vergehen...
Während meiner äußerst intensiven Jobsuche war ich natürlich diverse Male
Kaffeetrinken (am häufigsten mit meiner Wiesbadener Ersatz-Skaterfreundin
(Birgit, wo warst Du?) Uli, die ähnlich intensiv einen Job gesucht hat und
wohl immer noch sucht), mal im Starbucks in der City, mal am Balmoral Beach
(Danke für den Latté, Peter :-) ), mal am Bondi Beach, und ein Eiskaffee auf
der Promenade zwischen Circular Quay und Oper (als die QEII - die Mutter aller Kreuzfahrtschiffe
- gegenüber lag) war auch dabei. Ein bisschen koffein-süchtig bin ich wohl
geworden, aber die Café-Kultur in Sydney muß man ausnutzen, spätestens ab
Ende April gibt's dann nur noch Backpacker-Instant-Kaffee, und der ist dann
zum wieder abgewöhnen...
Zwei internationale Großereignisse (na ja, zumindest nach australischen Maßstäben)
fielen auch in die beiden Monate, die ich im nacholympischen Sydney verbrachte:
Mardi Gras (die Gay-and-Lesbian-Version der
Love-Parade, sozusagen eine Mischung aus politischer Demonstration und Striptease-Show, dazu Hunderttausende
biertrinkender, gröhlender und fotografierender Zuschauer am Straßenrand und auf den Balkons an der Paradenstrecke-
wir natürlich mittendrin ;-)
) und das sogenannte Tropfest, ein Kurzfilm-Festival, das
in sieben Jahren von einer 20-Zuschauer-Hinterzimmer-Aktion in einem italienischen
Restaurant zu einer Open-Air-Großveranstaltung mit 65.000 Zuschauern in der
Domain gewachsen ist. Nur das die Filme im Finale teilweise immer noch Hinterzimmer-Niveau
haben und das "internationale" aus einem einzigen nicht-australischen Film
unter den 16 Finalteilnehmern bestand. Wir hatten trotzdem unseren Spaß beim
Picknick im Park (wenigstens hat's keinen Eintritt gekostet) und es war wieder
eine typisch australische Erfahrung (inklusive Kopfschmerzen am nächsten Morgen,
natürlich!).
Eine neue Erfahrung der deutschen Art gibt es seit Januar übrigens für die
Australier zu erleben: "deutsch" einkaufen - bei ALDI! Wie im letzten Newsletter ja schon
kurz angedeutet (wer hat's gefunden?) haben die ersten vier von mindestens
hundert im Großraum Sydney geplanten "Food Stores" eröffnet, mit viel Geschrei
und reichlich Presseberichten, weil die beiden großen Supermarkt-Ketten um
bis zu 30% im Preis unterboten wurden und Aldi trotzdem höhere Stundenlöhne
an die Angestellen zahlt, usw. Aber die Neugierigen kamen in Scharen (ich
natürlich auch) und mussten erstmal "deutsch" einkaufen lernen (ich natürlich
nicht): die Plastiktüten kosten 15c und man muß sie selbst packen, die Einkaufswagen
kosten Pfand und das Gemüse ist nur abgepackt zu bekommen, es gibt nur ca.
700 Artikel (Woolworth und Coles über 20.000!) und nur vier (oder fünf) Kassen
mit langen Schlangen. Die "echten" Australier schreckt das ab (obwohl es Vegemite
echt günstig gibt), aber dafür kommen umso mehr Vietnamesen, Chinesen, Araber,
Libanesen, Indonesen, Philipinos, Malayen,... ,... - und sogar einige Türken
und Deutsche habe ich gesehen ;-) Also echt Multikulti zum Billigpreis, im
Original-Aldi-Look, von der Architektur bis zur Plastiktüte, und das am anderen
Ende der Welt. Der Erfolg ist vorprogrammiert!
Bewegende Momente im Leben eines deutschen Backpackers
in Australien - und sogar Britta ist kurz vor ihrer Heimreise zusammen mit ihrem
Lieblings-Engländer Rob bei Aldi einkaufen gewesen. Er fand's allerdings nicht
so toll...Egal, wenn er im Sommer in Deutschland zu Besuch ist, kann er ja zu
Lidl gehen ;-)
Weitere bewegende Momente gab's noch beim
australisch-deutschen Single-Dinner (ok, erweiterter Kreis: Strohwitwen und
Frischverliebte waren auch zugelassen) am Valentinstag, wo uns Linda's
Valentinsgedichte die Tränen in die Augen trieben - allerdings eher vor Lachen -
und wir uns beim Vietnamesen ganz gepflegt durch die Speisekarte
futterten.
Und nett waren auch die Parties und diversen Bierchen mit Ex-MS-Deutschland-Hostessen
(Alex' Abschiedsparty, Bierchen mit Rob - dem Australier, Helen, Silke und
so weiter), Kollegen vom Data-Entry-Job (aus England, Holland, Kanada, USA,
Korea, Malaysia, Japan und Wasweißichnochwoher), deutschen Rechtsreferendaren
(eher zum abgewöhnen), JP und James, Lothar (im Lothar's zum Feierabend) und
so weiter. Aber bitte kein Neid: Die Parties in Wiesbaden, die ich verpasst
habe (inklusive sämtlicher Geburtstage und wilder Trinkorgien - gelle Vijay
und Oli, Danke für das Beweisfoto, Nick!), waren mindestens genauso feucht-fröhlich!
Dazu ein Abend im Open Air Kino mit Blick auf die Oper, ein
Ausflug in die Blue Mountains mit Britta, Robert und JP (diesmal sogar mit Aussicht und nicht nur Nebel und Regen),
Trockentauchen im Sydney Aquarium (Foto 1, Foto 2, Foto 3, Foto 4, Foto 5), und dem Beachwalk
von Coogee
nach Bondi Beach, wie gesagt: langweilig konnte mir gar nicht werden!
Ach ja, diverse Stunden sind natürlich auch draufgegangen für
meine Homepage und die Newsletter, aber wenigstens brauche ich keine Fotos in
dicke Fotoalben einzukleben, wenn ich wieder daheim bin :-) Ich freue mich
übrigens immer noch über jeden Beitrag zu meiner Homepage, ob in Form eines Gästebuch-Eintrags oder eines persönlichen
Kommentars per E-Mail!
Und wie
schaut es ganz aktuell und in der nächsten Zukunft aus? Seit gestern morgen,
Freitag, bin ich wieder zurück in Sydney, nach zwei Wochen "Urlaub" auf Tasmanien.
Nach etwas Feiern am Sonntag geht am Montag mein einwöchiger Tauchkurs in Manly
los, wo ich momentan in einem Backpacker-Hostel untergekommen bin (Dann kann ich
am Great Barrier Reef gleich "richtig" tauchen gehen, und brauche dort nicht
mehr die Schulbank zu drücken). Am 28. April geht dann der nächste Flug nach
Adelaide, wo die 10-Tage-Outback-Expedition beginnt, die mich durch die Flinders
Ranges und Coober Pedy nach Ayers Rock und Alice Springs bringt, von wo aus ich
mit dem Zug "The Ghan" wieder zurück nach Adelaide fahre. Zurück in Sydney (per
Flieger) packe ich dann Mitte Mai mein Auto für die letzte Tour entlang der
Ostküste nach Cairns. Für diese Strecke plane ich etwa zwei Monate, so daß ich
Ende Juli/Anfang August, rechtzeitig zum europäischen Sommer, wieder zurück in
der Heimat bin.
By the way: Habe noch keinen Job für "danach", potentielle
Arbeitgeber also bitte melden ;-)
So, das war's erstmal wieder von mir -
ungewohnt kurz, was?! ;-) Jedenfalls bist
DU jetzt dran mit schreiben!
Wenn ich beim Tauchkurs nicht zuviel
Wasser schlucke, dann gibt's noch vor dem Flug nach Adelaide den Bericht von
meiner Jagd nach dem Tasmanischen Tiger (eine phantastische Abenteuergeschichte
- nicht verpassen ;-) ). Ansonsten Euch allen einen schönen Frühling - während
hier so langsam der Herbst Einzug hält (gestern morgen 4 Grad am Flughafen
Hobart...)!
Cheers & have a good day!
Heiko
PS: Seit einer
Woche in australischen Kinos: Crocodile Dundee III - In Los Angeles! Die
Kritiker überschlagen sich: Von "Alles schon mal gesehen" bis "Australisch für
Anfänger"... Werde mir wohl selbst mal eine Meinung bilden - mehr also
demnächst!