Hallo liebe Newsletter-Empfänger und vielleicht auch -Leser,
oder soll ich besser schreiben: Liebe Australien-Fans?! Denn nach den ersten
acht Newslettern sollte doch in Jedem ein bisschen Reiselust geweckt sein,
oder Heimweh, für die die schon da waren :-) Dieser neunte Newsletter, wieder
ein ziemlich umfangreicher, handelt eigentlich nur von einer Fahrt von Adelaide
nach Alice Springs. 1.690 km stinklangweiliger Highway. Zumindest wenn man
den direkten Weg wählt. Wenn man aber einige Umwege fährt, zum Beispiel zum
Ayers Rock, das Ganze auf über 3.000 km ausdehnt (davon mehr als die Hälfte
Schotterpiste) und zehn lustige Leute aus der ganzen Welt, die sich vorher
nicht kennen, zu einem echten Aussie als Fahrer und Guide ins Auto setzt,
dann wird es spannend und es gibt hinterher viel darüber zu berichten. Deshalb
geht's auch gleich los mit der Geschichte, vorher nur ein aktueller Kurzbericht
von der Ostküste:
Nach Start in Sydney am 21. Mai mit meiner extra aus Deutschland eingeflogenen
Mitreisenden Patricia ging es zuerst über Coffs Harbour (langweilig), Byron
Bay (very "peaceful" und alternativ, genialer Strand) nach Surfers Paradise
an der Goldcoast. Nach drei Tagen Sonne, Strand, Wellen (tagsüber) und feiern
(abends) folgten Fraser Island (4 Tage 4WD-Selbstfahr-Camping-Tour mit Angeln,
Dingos und viiieeel Sand) und Segeln in den Whitsundays (auf einem 100 Jahre
alten Tallship mit Stop am Whitehaven-Beach und Schnorcheln). Nach drei Tagen
auf Magnetic-Island (Highlight: eine dreistündige Jetski-Tour rund um die
Insel, ansonsten ziemlich viel Regen) war das Ziel Cairns dann erreicht und
nach einer letzten dreitägigen Tauch- und Schnorchel-Tour aufs Great Barrier
Reef (mit Haien, Stingrays, Sonne und wieder Regen) flog Patricia wieder nach
Hause. Ich kam bei Cat, die ich auf der "Expedition ins Outback" kennen gelernt
hatte, unter, und nach einer Woche im tropischen Nord-Queensland (inklusive
zwei Tagen am Cape Tribulation) bin ich heute auf dem Weg nach Townsville,
wo am Freitag die nächste (und wahrscheinlich letzte, wenn ich mir meine Kreditkarten-Abrechnung
so anschaue...) Tauchtour aufs Reef und zum Wrack der Yongala (angeblich Australiens
schönstes Tauchgebiet) losgeht. Trotz Regen stimmt die Bräune und bis zum
Rückflug Ende Juli wird hoffentlich noch etwas dazukommen. Mir geht's also
gut, nur die Zeit vergeht natürlich viel zu schnell. In ein paar Wochen bin
ich wieder daheim... aber noch ist es ja nicht so weit, daher jetzt Schluss
damit und endlich Vorhang auf für den Hauptfilm:
"An Expedition ... Not a
Bus Tour"
So lautete die Überschrift auf dem Prospekt von "Heading Bush Tours"
- und das war schon Grund genug für mich, die 10-Tages-Tour von Adelaide nach
Alice Springs im roten Zentrum des roten Kontinents zu buchen. Mit "leichtem"
Gepäck, d.h. mit weniger als 30kg im großen und im kleinen Rucksack zusammen,
stieg ich am 28. April in den Flieger nach Adelaide, wo ich mich zwei Tage
lang vom Strand und dem Meer verabschieden konnte, bevor es dann am folgenden
Montag los ging mit meiner "Expedition ins Outback"!
Mitten in der Nacht, genauer: um sieben Uhr morgens, gerade als die Sonne
sich über den Horizont und das Quecksilber sich über die fünf Grad Celsius-Marke
erhob, kam "Rosie", unser Transportmittel vom Stamme der Vierrad-Personentransportfahrzeuge
Namens Toyota Landcruiser, mit Anhang (ohne Namen) und Fahrer (mit Namen Garth)
um die Ecke gebogen, nach australischen Maßstäben pünktlich, nach deutschen
eine gesunde halbe Stunde zu spät. Egal, ich hatte ja wenigstens einen dicken
Pullover im Gepäck...
Nachdem eine knappe Stunde später alle weiteren acht Mitreisenden von den
verschiedenen Hostels in Adelaide eingesammelt waren, ging es grob in Richtung
Norden, und das hieß: "Direction Bush". Mit dabei: Sally aus USA, Alison aus
England, Gwen aus Hobart/Tasmanien, Cat(haryn) aus Brisbane/Queensland, Sarah
aus Melbourne/Victoria, Sigrid aus Paris/Frankreich, Mubeat aus Toronto/Kanada
und Joris aus Enschede/Holland, dem einzigen männlichen Mitfahrer außer mir.
Ein kurzer Kaffeestop in Port Wakefield, der notwendig war, um Fahrer und
Fahrgäste zu dieser für Backpacker doch recht frühen Stunde wach zu bekommen
(ok, der Fahrer war vorher schon wach, aber nach dem Kaffee hat er auch seinen
Mund aufbekommen...).
Weiter ging's auf Asphalt, was zwar am ersten Tag eigentlich nicht erwähnenswert
ist, aber die Tage danach eher die Ausnahme bedeutete, zum Lunch-Panorama-Stop
oberhalb des Pitchi-Ritchi-Passes (den ich im November auf meinem Fahrt
von Sydney nach Perth schon überquert hatte) mit Blick über Spencers Golf
bis nach Port Augusta. Weiter ging es anschließend nach Quorn, zum Headquarter
von Heading Bush und zu einer Kletterpartie auf den Devils
Peak mit phantastischem Rundblick
über die südlichen Flinders
Ranges im Nordosten und wiederum Port Augusta im Westen. Nachdem wir dann
noch unsere letzte Mitreisende, Gabi aus der Schweiz, von ihrem Hostel abgeholt
hatten, ging es ein paar Kilometer außerhalb der Outback-"Großstadt" (1.300
Einwohner!) zum ersten Frischluft-Übernachtungsplatz in der Warren Gorge,
wo außer uns nur einige Kängurus, yellow-footed Rock-Wallabies
und Papageien (die besten Natur-Wecker, die uns pünktlich um sechs Uhr
am nächsten Morgen aus dem Schlafsack holten) zu finden waren. Nach einem
Kangaroo-Veggie-Stirfry (Känguru-Gemüse-Risotto) vom Lagerfeuer und einigen
Dosen Bier verkrochen wir uns dann frierend in unsere Swags (australische
Form eines Biwaksacks) und schlummerten unter den glitzernden Sternen ein.
Mit leicht angefrosteten Füßen und Nasenspitzen wachten wir mit dem ersten
Sonnenlicht auf und nach einem kalten Frühstück mit heißem Kaffee ging es
auf die Rüttelstrecke weiter gen Norden. Ersts Ziel des Tages waren die Ruinen
der alten Kanyaka
Sheep Station, die Mitte des vorletzten Jahrhunderts (~1870) über siebzig
englische Siedler beherbergte.
Etwas weiter auf der Strecke lag Hawker, wo wir Benzin und Marshmallows bunkerten,
und dann Arkaroo
Rock, wo wir einen Walk zu einigen tausend Jahre alten Aboriginal-Felszeichnungen
machten, die die Entstehung des Wilpena Pound erzählten und während Initiierungsriten
von den Stammesältesten gezeichnet wurden.
Als nächstes folgte, wir zu vermuten ist, Wilpena
Pound selbst, die laut den Aboriginal-Entstehungs-Geschichten von zwei
riesigen Schlangen geformt wurde. Der Blick aus der Luft bei einem 15minütiger
Rundflug zeigte, dass die Aboriginal entweder eine wirklich gute Phantasie
haben oder schon tausend Jahre vor den Gebrüdern Wright fliegen konnten! Wirklich
faszinierend, wie die Geschichte in den Bergformationen
"gelesen" werden kann!
Auf dem unebenen Boden der Tatsachen und der Schotterpisten machten wir auf
dem weiteren Weg einen Stop am Razorback
Lookout (inklusive Gruppenfoto)
und kurz vor dem Erreichen unseres nächsten Nachtlagers gönnten wir uns noch
ein Bierchen im Parachilna Roadhouse an der Kohlenbahnstrecke zwischen Leigh
Creek und der Port Augusta Power Station. In einem trockenen Flussbett in
der Parachilna Gorge schlugen wir unser Camp auf bzw. rollten unsere Swags
aus und während wir Fahrgäste noch einen kleinen Walk im letzten Sonnenlicht
machten, bereitete Garth, unser persönlicher "Crocodile Dundee", das Abendessen
- Chili ohne carne, dazu Fladenbrot - vor und zu, später gefolgt von den am
Morgen gekauften Marshmallows, natürlich am Stock über dem Feuer geröstet!
Nach einer nicht mehr ganz so eisigen Nacht - die Socken im Schlafsack wären
eigentlich nicht notwendig gewesen - ging es wieder auf die Headbanger Road, 400km Schotterpiste
an diesem "cruisy day" vor uns. Der erste Halt an einem Aussichtspunkt
der Leigh
Creek Coalmine war eher überflüssig, wie Alle einstimmig feststellten
(wird aus dem Programm von Heading Bush gestrichen), insbesondere, wenn man
schon das Riesen-Loch in Kalgoorlie-Boulder gesehen hat (siehe meine Fahrt
nach Perth). Das Kamel
neben der Straße ein paar Kilometer weiter war da die Vollbremsung schon
eher wert!
Etwas Outback-Philosophie bot ein Besuch bei Talc Alf in "Alf's Republic"
außerhalb von Lyndhurst. Ein netter und interessanter Kerl, er erzählte
uns etwas über die Bedeutung von Buchstaben, Namen, Orten etc. (funktioniert
aber leider nur im Englischen...), wir konnten seine Fahrrad-betriebene Waschmaschine
im Gemüsegarten und den Auto-Friedhof rund um sein Haus besichtigen und er
versuchte, seine Talkstein-Skulpturen an den Mann zu bringen. Ob er etwas
zu viel Outback- und Talkum-Staub (von seinen Stein-Schleif-Kunstwerken) geschluckt
hat oder zu lange ohne Hut in der Sonne war, ist schwer zu sagen, aber die
Geschäfte scheinen zu laufen, denn als wir gerade wieder beim "Boarding" waren,
tauchte schon der nächste Tour-Bus (von Groovygrape, "it's a Bus-Tour, NOT
an Expedition" ;-) ) aus dem Staub auf. Wir verabschiedeten uns von dem schrägen
Holländer und es ging weiter auf dem Oodnadatta Track, parallel zur Old Ghan
Route. Diese erste Bahnstrecke zwischen Port Augusta und Alice Springs wurde
vor einigen Jahren durch eine neue, etwas weiter westlich gelegene Strecke
ersetzt, so dass nur noch einige (hunderttausend) Holzbohlen und verrostete
Brücken zu sehen sind. Hoffentlich ist die neue Strecke in besserem Zustand,
denn ich will den Zug zurück nach Adelaide nehmen ;-)
Nachdem wir den Outback-Künstler Talc Alf verlassen hatten, war es Zeit, selbst
kreativ zu werden! Diese Kreativität ließen wir allerdings nicht an dem wilden
Busch-Truthahn aus, der uns über den Weg lief, sondern wir bemalten uns gegenseitig
mit Ocker aus einer von Aboriginals seit Tausenden von Jahren genutzten Ocker-Grube
in den unterschiedlichsten Farben - allerdings nicht unbedingt mit den
traditionellen Mustern :-)
Die Einwohner (glücklicherweise nur ein paar wenige) von Marree, einer ehemaligen
Station an der offiziell "Great Northern Railway" genannten Strecke des Old
Ghan, schauten etwas irritiert, als wir bunt bemalt gegenüber des General
Store/Roadhouse/Tankstelle/Café/Postamt/Zeitungskiosk (zwei Angestellte und
drei Kunden in einer Stunde außer uns) unsere Sandwiches fürs Mittagessen
belegten...
Nicht ganz so erstaunt schaute Archie (oder so ähnlich), der freundliche Aboriginal
in dem kleinen Museum/Cultural Centre neben der Polizeistation, der uns etwas
über die Jagd- und Musik-Bumerangs, Kampf-Stöcke und sonstigen interessanten
Dinge auf dem Tisch (=Museum) erzählte. Wahrscheinlich hat er mehr oder weniger
regelmäßig eine Gruppe bunt bemalter, streng riechender hellhäutiger Touristen
zu Besuch... Um nicht noch mehr unschuldige Menschen zu erschrecken fuhren
wir anschließend direkt und auf dem schnellsten Weg zu den Coward Springs,
wo mitten im Outback ein Mini-Spa auf uns wartete, der zugleich Erholung für
durchgeschüttelte Rücken und Hinterteile bot. Auf dem Weg dorthin konnten
wir noch den Blick auf Lake Eyre South
genießen (und fotografieren), der genauso trocken und salzig ist wie sein
größerer Bruder Lake Eyre, seines Zeichens größter Salzsee der südlichen Hemisphäre!).
Und auch eine etwas eigenartige Skultur, Überreste
eines riesigen Hippie-Camps von einigen Wochen zuvor, bot noch eine Foto-Gelegenheit
mitten im Nichts.
Das "Feierabend-Bier" wartete einige Dutzend Kilometer im William
Creek Hotel auf uns, aber kurz vorher verging uns beim Fotostop am "Pussy Willow
Tree" doch etwas der Appetit, als wir die dekorativ aufgehängten "Wild"-Katzen
(ehemalige Hauskatzen und eine
der zahlreichen Tierarten, die mit den weißen Siedlern nach Australien kamen
und dort zu "Ungeziefer" wurden) sahen und rochen... Und auch die Parkuhr
mitten in der Wüste war nicht gerade einladend... (Aber ziemlich spassig
;-) )
Bis zum Camping auf der Anna Creek
Farm, der größten Rindviecher-Farm der Welt, kam der Appetit aber doch
wieder zurück und so gab es zuerst Spaghetti à la Outback (auch bekannt als
"SpagBol" oder "Spaghetti Bolognaise") und später die restlichen Marshmallows
vom Feuer. Mmmmmmh! Ein paar Regentropfen vor dem Essen ließen uns für kurze
Zeit ins Auto flüchten, während Garth von draußen Wein einschenkte und sich
über uns Weichei-Touristen amüsierte, aber diese Genugtuung wollten wir ihm
natürlich nicht noch mal bieten und so zogen wir bei etwas mehr Regen in der
Nacht einfach die Swags über den Kopf. Dumm nur, dass die Swags nur Einheitsgröße
waren und ich meine Beine dreimal falten musste, um keine Tropfen in die Augen
zu bekommen...
Außer der Sonne weckten uns am nächsten Morgen noch eine mittlere Armee Ameisen
und Abermilliarden von totalsupermegaoberkrassnervigen Fliegen, die uns auch
die nächsten Tage bei jedem Schritt verfolgten und versuchten, in jedes Auge,
Ohr und Nasenloch zu kriechen. Ich möchte nicht wissen, wie viele es zwischen
den Sandwichscheiben sogar bis in den Magen geschafft haben. Wenn die Viecher
ja wenigstens nahrhaft wären und man nicht immer aufstoßen müsste... ;-)
Die 150 km Piste bis Coober Pedy, der Opal-Stadt im Outback, saßen wir auf
einer Pobacke ab, denn die Vorfreude auf eine Dusche ließ die Zeit wie im
Flug vergehen. Nicht dass der strenge Geruch im Auto jemanden gestört hätte
(wenn alle stinken fällt der Einzelne nicht auf), aber es fühlt sich halt
einfach besser an, wenn der Staub mal wieder aus den Poren gespült wird...
Auf die allgemeine Dusch-Session folgte eine Tour durch Coober Pedy mit seinen
berühmten Untergrund-Behausungen,
in denen der größte Teil der Bevölkerung zum Schutz vor der gnadenlosen Hitze
im Sommer (50 Grad und mehr sind keine Seltenheit) und den Sandstürmen lebt.
Die in den Fels geschlagenen "Häuser" sind bei der Fahrt durch die Stadt nur
durch die Lüftungsrohre und die Fernsehantennen, die scheinbar zufällig aus
irgendwelchen Sand- und Felshügeln herausschauen,
erkennbar - und manchmal sieht man sogar den Eingang, in der Regel
mit einem "Ute" (australisch für "Pickup" = PKW mit Ladefläche) davor. Ein
"Dugout"
kann man sogar besichtigen, und die Familie, der das Haus gehört, kann wohl
ziemlich gut von den Eintrittsgeldern leben, denn der angebaute Indoor-Pool
war nicht gerade klein... Aber in dieser "Höhle" zu wohnen ist doch eine Sache
für sich, und wer Platzangst hat sollte besser nicht einziehen :-)
Weitere bemerkenswerte Punkte der Stadtrundfahrt waren die Untergrund-Kirche
(halb handgegraben, halb mit Maschinen), eine Opal-Mine
von innen, ein Dugout-Motel und -Hotel, dem einzigen Flecken Wiese der
Stadt (das Footi-Feld der Schule), das Funkhaus von "Dusty Radio" und einem
öffentlichen Wasserhahn mit Münzbetrieb (da Wasser dort mitten in der Wüste
etwa zehnmal teurer ist als z.B. in Adelaide). Zum Abschluss folgte noch eine
Vorführung in einer Opal-Schleiferei (allerdings ohne Schleifen) und der dezente
Hinweis, dass man die Opal-Produkte im Shop nebenan auch kaufen kann... Touri-Nepp
mitten in der Wüste! Aber man muss ja nicht drauf reinfallen und nach ausführlichem
Lunch und Shopping im lokalen Supermarkt ging es dann wieder zurück in die
Wildnis.
Nach der Überquerung des Dingo-Zauns,
der sich über mehr als 5.000 km quer durch Australien erstreckt (im Norden
Rinder und Dingos, im Süden Schafe und (fast) keine Dingos) kamen wir in die
sogenannten Moon Plains,
wo es außer Steinen und Sand wirklich nichts gibt. Ein total unwirklicher
Ort, man kommt sich tatsächlich ein wenig wie auf dem Mond vor.
Und auch das Ziel für die Nacht war irgendwie in einer anderen Welt, mit bunten,
bröseligen Fossilien, aufgetürmt zur "Painted
Desert". Kaum zu glauben, dass diese trockene Einöde vor ein paar Jahren
(um genauer zu sein: ein paar Millionen Jahren) mal Meeresgrund war... Der
Rundblick
von oben war aber phantastisch, besonders die Farben
des Sonnenuntergangs!
Nach Veggie-Stirfry (Gemüse) zum Abendesse gab es dann noch Popcorn vom Lagerfeuer
und ein lustiges Karton-Spiel (haha, echt zum Knieverdrehen und Rückenbrechen), bei dem jeder den
Karton, der nach jeder Runde ein Stückchen abgeschnitten wurde, nur mit dem
Mund und ohne den Boden zu berühren aufheben musste. Lustiges Aussie-Outback-Spielchen
und mal etwas anderes als Outback-TV (ins Lagerfeuer starren) :-)
Nach der vierten Nacht, mit reichlich Dingo-Heulen, fiel der Sonnenaufgang
leider wegen Wolken aus, aber dafür waren die nächsten paar hundert
Kilometer Dirt Road bis zum Oodnadatta
Pink Roadhouse (Oodnadatta war viele Jahre das Ende der Bahnstrecke ins
Outback und vor dort wurden Waren und Passagiere auf Kamelen weiter nach Alice
Springs befördert. Heute allerdings ist dort eher TTH - Total Tote Hose),
der benachbarten Aboriginal Community und anschließend weiter bis an den Rand
der Simpson Desert wieder Outback pur. Dort (am Rande der Simpson Desert)
warteten die Dalhousie
Springs auf uns, und auch wenn das Bad im Hot Pool bei ~34 Grad (Wassertemperatur!)
nicht unbedingt als richtig erfrischend zu bezeichnen war, so war die Schlammpackung
mit Mineralschlamm wenigstens gut für die Durchblutung. Nach dem üblichen
Sandwich-Lunch - mit diesmal allerdings besonders vielen fiesen und hartnäckigen
Fliegen - ging es weiter über Schotterpisten
durch die Wüste zum nächsten Camp, wo am folgenden Morgen erst mal Ausschlafen
angesagt war.
Das erste Ziel am sechsten Tag war der Geografische Mittelpunkt
Australiens, der knapp 20km abseits der Haupt"straße" liegt und zu dem
eine Sandpiste führt. Da wir dort sowieso nicht sehr schnell fahren konnten,
durften wir endlich auch ein bisschen "Rosie-Surfen": Während der Fahrt durch
die Seitenfenster von Rosie, unserem Landcruiser, klettern und die drei waghalsigsten
Mädels schafften es sogar bis auf den Gepäckträger. Und davon gibt es sogar
ein kleines Video, das ich, aus dem Seitenfenster hängend, gemacht habe und
das als ca. 3 MB große Datei hier herunterzuladen
ist! (Zum Anschauen muss die neueste Version von Apple Quicktime installiert
sein.) Yippie!!!!
Auf dem weiteren Weg lag noch Finke, eine Aboriginal Community und eine der
wenigen "dry zones", in denen jeglicher Alkohol (eines der größten Probleme
der Ureinwohner) verboten ist (und auch Foto-freie Zone). Ein kleines Football-Kick-Duell
zwischen unserer Expeditions-Truppe und der Dorfjugend ging mehr oder weniger
unentschieden aus und die Hundemeute des Dorfes (ungefähr fünf Hunde je Einwohner
haben wir geschätzt) interessierte sich glücklicherweise nicht sehr für uns.
Ziel des Tages war Kulgera, am Stuart-Highway (der asphaltierten Hauptverbindung
zwischen Adelaide, Alice Springs und Darwin am nördlichsten Ende) gelegen
und damit für zwei Tage das Ende von Schotterpiste und klappernden Zähnen.
Hier war Duschen, Lunch und relaxen am Roadhouse angesagt, denn unser Camp lag
nur etwa drei Kilometer hinter dem ersten Hügel links neben der ersten Abzweigung (Werde würde
es finden?!?). Am Highway sahen wir dabei auch einige der berühmten Roadtrains
wieder, die hier mit bis zu drei Anhängern und einer Länge von 50m durch die
Landschaft brettern. Gerüchten zufolge soll es auf den einsamsten Pisten im
Outback Roadtrains mit bis zu sieben (!!!) Anhängern geben, aber solch ein
Ungetüm ist uns nicht leider nicht begegnet.
Nach dem Sonnenuntergang,
den wir von einem der Hügel aus beobachteten, gab's dann Nudeln à la Garth
(mit creamy Veggie-Sauce und vieeel Käse) zum Abendessen und später noch eine
Outback-Spezialität zum Dessert: Damper - Brot in der Glut gebacken mit Butter
und Honig oder Ahornsirup. Hmmmmmmm!!!
"Richtung Ayers Rock/Olgas" hieß es endlich am Morgen des siebten Tages. Also
ein paar hundert Kilometer Asphalt durch die Einöde, vorbei an Mt. Connor
(der ein wenig wie Ayers Rock aussieht, wenn er gerade so am Horizont auftaucht
- leider sind's bis zum echten roten Fels dann immer noch über 100 Kilometer...),
mit einem Extra-Halt für ein ohne Benzin gestrandetes Auto mit ungefähr 15
Aboriginies darin und darum (wir hatten erhebliche Zweifel ob das Auto trotz
der kollektiv gespendeten 20 Liter Benzin noch einen Meter weitergefahren
ist, aber wenigstens hatten wir die gute Tat des Tages getan) und natürlich
wieder Tanzen und gute
Musik im Auto (mit gelegentlichen Schlafpausen).
Gegen Mittag tauchte endlich Ayers Rock am Horizont auf, woraufhin wir uns
erst einmal in die Büsche schlugen um unser Camp für die Nacht auszusuchen.
Nachdem das geklärt war ging es zum Shopping, Internetting (für heftigste
18$/h war allerdings nur ein kurzer E-Mail-Check drin) und Handy-Mailbox-Abfragen
(endlich wieder Empfang :-) ) ins exklusive Ayers Rock Resort. Dieses Tourismus-Terror
konnten wir aber nicht lange ertragen (wir waren ja schließlich auf "Expedition
ins Outback" und nicht zum Spaß hier ;-) ) und so brachen wir schon bald wieder
auf zum Lunch und zum Bushwalk in
den Katja
Tjuta / Die Olgas. Zweieinhalb Stunden marschierten wir durch das "Valley of the
winds", bei recht moderaten Temperaturen, aber wir konnten uns lebhaft
vorstellen, warum im Sommer Teile der Strecke an Tagen mit über 38 Grad geschlossen
werden... Im eigentlich "Tal des Windes"
brachten wir ein nettes älteres Ehepaar dazu, ein Gruppenfoto zu machen -
allerdings mit zehn Kameras, denn jeder von uns wollte natürlich sein eigenes
haben! Das passierte natürlich noch einige Male mehr auf der Tour und sollte
eine Warnung für jeden sein, der gutmütig anbietet "mal ein Foto von der Gruppe"
zu machen: Er könnte mit einer Kollektion größerer und kleinerer Kameras um
den Hals enden und einige Minuten damit beschäftigt sein, sich aus dem Gewirr
wieder zu befreien ;-)
Das nette Ehepaar hat es mit einem Lächeln überstanden und so konnten wir,
wieder selbst mit unseren Kameras bewaffnet, bei einem Stop an
der Straße (und nicht zusammen mit den Busladungen von Touristen in der
offiziellen "Sunset-Viewing-Area") den Sonnenuntergang
an den Olgas - extra für uns sogar mit Vollmond
- fotografisch und künstlerisch
wertvoll festhalten.
Wie gut, dass wir uns schon auf dem Hinweg um ein Plätzchen für die Nacht
gekümmert hatten, denn als wir dorthin wieder zurückkehrten sorgte nur der
Mond noch für Beleuchtung und nach einem schnellen Chicken-Stirfry hieß es
ab in die Swags und ein paar Stunden Schlaf tanken, bevor die Nacht um fünf
schon wieder vorbei war. Zumindest für uns, denn die Sonne ging erst zwei
Stunden später auf, als wir in Position in der "Sunrise-Viewing-Area"
am Ayers Rock waren. Die Suche nach einem etwas privateren Platz war in der
Dunkelheit leider gescheitert und so mussten wir mit dem "Zirkus" (Zitat Garth)
vorlieb nehmen Dort waren wir zwar nicht so ganz die Einzigen (ein paar andere
Touristen waren auch da, inklusive einer Horde Japaner mit Mütze, Handschuhen
und Daunenjacken, die exakt eine Minute nach Sonnenaufgang
wieder in ihrem Bus saßen - wahrscheinlich waren die auf einer Tour "Ganz
Australien in einer Woche" und mussten am gleichen Tag noch Great Barrier
Reef, Tasmanien und den Bridgeclimb in Sydney machen ;-) ), aber dafür waren
wir die Einzigen mit frischen Pancakes zum Frühstück! Wie gut, dass wir eine
Amerikanerin und ihren Ahornsirup dabei hatten :-) .
Gestärkt durch die Pancakes und nach etwas Chillen und Fußball-Kicken auf
den Parkplatz starteten wir etwas später zum sogenannten Mala-Walk am
Fuße von Uluru (Ayers Rock auf Aboriginesisch), wo uns Rangerin Libby
etwas über die heiligen Stätten
der Ureinwohner und traditionellen Eigentümer von Uluru, die dazugehörenden
Geschichten (zumindest die wenigen, die wir Nicht-Aboriginies wissen dürfen)
und über Bushtucker (Nahrung aus dem Outback, z.B. die Honigameise oder Wurzeln
und Beeren) und Medizin-Pflanzen erzählte. Mit soviel Wissen gewappnet machten
wir uns an die Umrundung des Ayers Rock zu Fuß, was etwas über zwei Stunden
in Anspruch nahm. Auf die Ersteigung des roten Felsens haben wir allerdings
kollektiv verzichtet. Grund dafür war allerdings nicht etwa mangelnde Fitness
(was die Japaner in dickem Pulli, mit Mütze und Handschuhen bei strahlender
Sonne und knapp dreißig Grad schaffen können wir schon lange - Sorry, dass
die Japaner es schon wieder abbekommen, aber sie sind halt ein exotischen
Völkchen und in ihren Reise- und Kleidungsgewohnheiten einfach auffallend
anders, vor allem an Orten wo sie mindestens in Reisebus-Stärke auftauchen),
sondern vielmehr die in allen Broschüren, auf den Tickets für den Nationalpark
und auf Schildern wiederholte Bitte der traditionellen Eigentümer von Uluru,
auf die Besteigung zu verzichten. Und das nicht nur, weil rund um Uluru unzählige
heilige Stätten der "Anangu" (den Aborigines der Gegend) zu finden sind, sondern
vor allem weil sie sich für jeden einzelnen Besucher verantwortlich fühlen,
bei jedem Unfall lange und intensiv trauern und die Rettung verunglückter
Touris riskant und sehr zeitaufwendig für die Parkranger ist. Außerdem ist
der Basewalk viel
interessanter, weil man den Felsen aus den verschiedensten Blickwinkeln sieht,
und nicht nur aus der langweiligsten Perspektive von oben!
Später im Cultural Centre (auch
eine Foto-freie Zone) lernten wir dann noch etwas mehr über die Geschichte
des Ayers Rock, von den ersten europäischen "Expeditions-Teilnehmern" zum
Ayers Rock über den Bau der ersten
Straße und später des Flughafens bis zur Rückgabe des Nationalparks an die
lokalen Aboriginies, die den Park für 99 Jahre an den australischen Staat
zurückverpachtet haben und ihn heute gemeinsam mit weißen Rangern verwalten
- das alles verpackt in einen Film. Dazu noch einige Displays mit Dreamtime-Stories
und zu Bush-Food und -Medizin, eine Kunstgalerie und natürlich ein Café, so
dass die Zeit ruck zuck verging und Garth uns wieder einsammeln musste, um
rechtzeitig zum Sonnenuntergang in der "Uluru-Sunset-Viewing-Area
(for Coaches)" zu sein (mit kleinem Zwischenstop im Resort um Bier und
Snacks für die Wartezeit zu kaufen). In der "Viewing-Area" waren wir dann
fast die Ersten und konnten uns ein gutes Plätzchen sichern, bei dem uns keiner
der ungefähr 35 (in Worten: Fünfunddreißig) Reise- und Minibusse vor der Linse
stand, während wir auf dem Dach von "Rosie" lagen.
Der Sonnenuntergang
war dann einfach nur spektakulär, wie die Fotos beweisen! Die Atmosphäre
war zwar nicht gerade "Outback-like" (da waren sie wieder, die Japaner mit
Mütze und Handschuhe... und zwei Minuten nach dem Sonnenuntergang wieder weg
- wodurch sie den Vollmond über Ayers Rock leider verpasst haben! Ätsch!),
aber wir hatten unseren Spaß und waren sicher mit Abstand die lauteste
und auffallendste Gruppe :-))) Und selbst die anschließende dreistündige
Nachtfahrt in Richtung Kings Canyon war keine Minute langweilig dank Musik,
Tanzen und Sitzplatz-Tausch-Spielchen, von denen wir bei der Ankunft im Camp
so müde waren, dass sogar das warme Abendessen ausfiel!
Und wo kein Feuer am Abend, da leider auch keins am Morgen, so dass es beim
Aufstehen um 5.30 Uhr wirklich SAUKALT war! Also nur einen Kaffee vom Gaskocher
und dann Heizung im Auto voll aufdrehen. Bei den ersten Sonnenstrahlen waren
die dicken Pullis dann aber schnell wieder zu warm und wurden beim ersten
Halt an einer Kamelfarm (wo wir Kamel-Burger für den letzten Abend abholten)
wieder in die Rucksäcke gestopft. Noch wärmer wurde uns auf dem vierstündigen
Walk
am, um
und im
Kings Canyon. Zuerst nach oben,
um über den Rand
in die Tiefen
des Canyons blicken zu können, dann um das Ende herum bis zur Treppe nach
unten zum "Garden
of Eden", einem erfrischend kalten Wasserloch mit Schwimmmöglichkeit,
und zum Schluss wieder raus, rüber und runter zum Parkplatz. Alles klar?!
Wir hatten glücklicherweise einen Guide dabei, sonst wären wir vielleicht
heute noch am Laufen... ;-) Aber so schafften wir zurück zum Auto, und so
fuhren wir über eine Straße, die irgendwie auf keiner Karte eingezeichnet
ist (auf der aber dafür reichlich Kangurus und sogar eine Herde Wildpferde
zu teilweise wilden Bremsmanövern zwangen),
in Richtung unseres letzten Camps. Auf halbem Weg bot sich noch ein guter
Blick auf den Gosse Bluff,
einen einige Millionen Jahre alten Meteoritenkrater, der sich deutlich erkennbar
aus der Wüste erhebt. (Ob der wohl was mit dem Aussterben der Dinosaurier
zu tun hatte?! Die Wissenschaft rätselt noch, aber wir wissen es genau: Es
muss so gewesen sein, denn auf der ganzen Fahrt haben wir keinen einzigen
Dinosaurier gesehen!!!
Buuuh, war der schlecht... Na ja, liegt wohl am australischen Bier...
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja: Am Sandstrand neben einem kleinen Fluss,
wo wir unser letztes
Camp aufschlugen. Das nahegelegene Fließgewässer eignete sich dabei hervorragend
sowohl für ein Nacht-Schwimmen (ja, richtig: "Nacht" wie "Dunkel"...) als
auch für ein Morgen-Bad. Als später das große Lagerfeuer, bei dem wir die
letzten Holzschwellen der alten Bahnstrecke verfeuerten, die wir schon ein
paar Tage lang quer durch den halben Kontinent transportiert hatten, noch
mal richtige Outback-Stimmung verbreitete, als die Kamel-Burger mit Veggie
und Kartoffeln und das letzte Damper-Brot, mit reichlich Bier heruntergespült,
in unseren vollen Bäuchen ihrer Verdauung entgegenschauten, als die Sonne
unter- und der Mond aufgegangen war, als die Vögel versummten und die
Dingos heulten (na ja, vielleicht waren es auch die Didgeridoos vom nächsten
Aboriginie-Stamm), als, als,... - also später halt, da überraschten wir Garth
mit einer Flasche Sekt und einem kleinen Abschiedsgeschenk (ein Acryl-Schaltknauf
mit eingelegtem leuchtendblauen Käfer, lateinische Bezeichnung unbekannt),
woraufhin er gestand, dass diese Tour seine bisher beste war und wir ihn motiviert
hätten, den Job, wie eigentlich fast schon beschlossen, nicht an den Nagel
zu hängen sondern noch eine zeitlang weiterzumachen... Da er später auf der
Rückfahrt dasselbe noch mal zu Gabi (der einzigen aus unserer Gruppe, die
wieder mit ihm zurück nach Adelaide gefahren ist) gesagt hat, war es wohl
nicht der übliche Tourguide-Spruch nach dem Motto "Meine allerbeste Tour,
empfehlt uns weiter und gebt mir ein Trinkgeld", sondern wirklich ernst gemeint!
Doch nicht nur die Zukunftspläne von Garth sind durch die Tour erschüttert
worden, aber mehr dazu im PS...
Trotz der Ansage "Ausschlafen" waren die ersten Gestalten am nächsten Morgen
schon vor der Sonne auf, allerdings nicht etwa freiwillig (na gut, gezwungen
hat sie auch keiner dazu), sondern um "Rosie" bunt zu schmücken (mit Luftschlangen,
Popcorn und Luftballons) und unsere Namen mit Vegemite (manche Australier
essen es auch...) auf die Scheiben zu schreiben. Rosie wurde nämlich nach
dieser Tour verkauft und wir wollten Garth den Abschied etwas leichter machen
(das spätere Entfernen der Vegemite-Verzierung hat ungefähr drei Stunden gedauert
;-)=) ). Als wir ihn dann weckten war er schwer beeindruckt (na ja, eigentlich
war er noch schwer müde), aber unser im Swag serviertes heißes Frühstück hat
ihn dann doch schnell munter gemacht! Der Vormittag zog sich mit Schwimmen,
Frühstücken, gemütlich Packen und noch etwas Chillen in die Länge, aber um
die Mittagszeit machten wir uns auf den Weg zu einem Wasserloch
(den Namen habe ich leider vergessen), wo wir mit Hinlaufen, in der Sonne
liegen und Baden (nur Sally und Sigrid) gute zwei Stunden verbrachten. Noch
ein weiterer, etwas kürzerer
Stop am Ellery
Creek Big Hole (mit weniger Laufen und mehr faul in der Sonne liegen),
aber dann ging es ein letztes Mal über ein paar hundert Kilometer Asphalt
bis nach Alice Springs.
Dort angekommen mussten wir uns zuerst von Gwen
verabschieden, die ihren Sohn besuchen wollte und daher natürlich nicht mit
uns den Abend verbringen konnte. Wir Anderen verteilten uns über die zuvor
gebuchten Hostels in der Stadt, aber am Abend gab es noch ein gemütliches
gemeinsames Abschiedsessen
(vorne links im Bild ein "alter Bekannter" von Joris, der sich spontan
in den Vordergrund schob...) und die anschließende obligatorische Backpacker-Bier-Party
in unserem Hostel-Nachtclub. Die erste Nacht in einem richtigen Bett, nach
neun Nächsten im Swag, war dann eine wahre Erholung für den Rücken, wenn auch
nicht für die Nasen, denn Wäsche konnten wir erst am nächsten Tag waschen...
Und selbst das war nicht gerade erfolgreich, denn immerhin drei T-Shirts und
zwei Hosen aus meinem Bestand wanderten anschließend in die Tonne, da
der Outback-Staub beim besten Willen nicht mehr herauszuwaschen war (vor allem in
den üblichen australischen Toplader-Waschmaschinen mit kaltem Wasser...).
Aber was soll`s, so habe ich wenigstens nicht mehr ganz so viel Übergepäck
auf dem Rückflug ;-)
Der Pausen-Tag in Alice ging recht ereignislos
zu Ende, der Abend war extrem kurz (nur ein Bier), dafür die Nacht um so länger
(schlafenderweise im Bett!). Während Garth dann am nächsten Morgen Rosie sauber
und für die Rückfahrt nach Adelaide fit machte, packte ich meine Klamotten
zusammen und stieg dann am Mittag in den Zug ("The Ghan") nach
Adelaide. Zwanzig Stunden später (von denen ich allerdings nur die wenigsten
schlafen konnte)
war ich dann wieder zurück am Ausgangspunkt der Tour, wo zwei ereignislose
Tage später meine Zeit auch wieder abgelaufen war und mein Flieger nach Sydney
ging.
Und damit wäre auch dieses Kapitel meiner Reisen
durch Australien abgeschlossen. Bis heute (24. Juni) war diese "Expedition
ins Outback" die beste Tour, die ich mitgemacht habe, und die Leute, die ich
dabei kennengelernt habe, waren ein echter Glücksfall. Uluru und Kata Tjuta
sind ein echtes Muss für jeden Australien-Reisenden und ein paar Tage Outback-Feeling
haben das Ganze zu einer wirklich runden Sache gemacht.
Mit diesen Worten
endet nun mein neunter Newsletter und erinnere wie immer an mein Gästebuch,
das in letzter Zeit nur noch wenige neue Einträge zu verzeichnen hatte...
Schon bald bin ich wieder daheim in Deutschland, aber bis dahin sind es noch
ein paar Wochen und ich freue mich weiterhin über jede E-Mail und jeden Anruf,
der mich hier erreicht! Also fleißig, fleißig, es muß ja nicht gleich ein
langer Newsletter sein ;-)
Grüße aus dem Nordosten des Kontinents, bei 25
Grad am Pool und in Gedanken beim Tauchen auf dem Great Barrier Reef
Bis demnächst in
diesem Medium
Heiko - der mit den Dingos tanzt!
PS: Wie im Nachspann von so manchem Hollywood-Film auch hier "was danach
passierte":
Garth - fand nach der Rückkehr nach Adelaide die Inspiration für eine Metallskulptur
(sein "Hobby" - oder auch zweiter Job), die auf einer Ausstellung in höchsten
Tönen gelobt wurde.
Cat - lebt mit ihrem Freund und zwei Mitbewohnern in einem Riesen-Haus mit
Pool am Rande von Cairns (wo ich sie für eine Woche besucht habe), hat drei
Jobs in verschiedenen Cafés und spart für ihre zweijährige Europareise. Wiedersehen
auf dem Oktoberfest... nicht ausgeschlossen - in 2002!
Sigrid - ist wieder zurück in Frankreich und studiert in Toulouse Luft- und
Raumfahrttechnik. Sie und Mubeat waren (purer Zufall!) auf derselben Fraser
Island 4WD-Camping-Safari wie ich (und Patricia) und wir hatten viel Spaß.
Wiedersehen auf dem Oktoberfest... wahrscheinlich!
Mubeat - musste schweren Herzens nach der Fraser Island-Tour zurück nach Kanada,
aber kommt wohl bald mal zu Besuch nach Europa. Wiedersehen auf dem Oktoberfest...
nicht ganz ausgeschlossen, zumindest 2002!
Gabi - schaute auch bei Cat in Cairns vorbei (als ich dort war) und wird ebenfalls
bald nach Hause fliegen (und weiterstudieren). Wiedersehen auf dem Oktoberfest...
möglich!
Joris "Storyteller" - langweilt sich in Holland, sucht einen Job und schreibt
regelmäßig mehr oder weniger sinn- und inhaltslose E-Mails, die zum absolut
totlachen sind. Hat Cat in Cairns besucht (bevor ich da war). Wiedersehen
auf dem Oktoberfest... ziemlich sicher (im Coffee-Shop-Zelt)!
Sarah - hat das Reisefieber gepackt und nach ihrer Rückkehr nach Adelaide
den Job gekündigt, ist Cat und Sigrid und Mubat in Cairns über den Weg gelaufen
und fliegt demnächst um die Welt. Wiedersehen auf dem Oktoberfest... schaun
mer mal!
Sally - Wieder daheim in Amiland, hat wahrscheinlich mit 20 ihren Doktor,
ist mit 25 Gouverneurin und mit 30 erste Präsidentin der Vereinigten Staaten
- so schlau wie sie ist! Oktoberfest? Kommt alle nach Amerika, da gibt's das
beste Oktoberfest!
Alison - Hat einen Job in einem Outback-Roadhouse angenommen, weitere Informationen
nicht vorhanden. Oktoberfest? Erst mal wieder die "normale" Zivilisation,
aber wer weiß!
Gwen - Friert glücklich in Tasmanien. Oktoberfest... warum? Tasmanisches Bier
schmeckt eh besser!
Heiko - Ist jetzt endlich fertig mit dem Newsletter und kommt bald nach Hause
(und fährt im September aufs Oktoberfest)!
Rosie - verkauft!